Der Juso-Bundeskongress in Lübeck hat einen neuen Vorstand gewählt. Mit 72,9 Prozent der Stimmen wählten die Delegierten Sascha Vogt aus Nordrhein-Westfalen zu ihrem Vorsitzenden. Vogt setzte sich damit deutlich gegen seinen Herausforderer Frederic Striegler durch. Der 31-jährige Referatsleiter folgte 2010 auf Franziska Drohsel, die damals zurückgetreten war.
Zum Juso Bundesgeschäftsführer wählten die 300 anwesenden Delegierten Jan Böning (92,6%) ebenso erneut wieder. Als stellvertretende Bundesvorsitzende fungieren in den nächsten zwei Jahren Matthias Ecke, Sachsen (75%), Susanne Kasztantowicz, Rheinland-Pfalz (81,6%), Katharina Oerder, Nordrhein-Westfalen (82,3%), Sebastian Roloff, Bayern (68%), Bettina Schulze, Baden-Württemberg (81,6%), Jan Schwarz, Niedersachsen (66,6%), Johanna Uekermann, Bayern (82,6%) und Julian Zado, Berlin (62,8%).
Aber nicht nur die Gegenkandidatur um den Bundesvorsitz war neu, sondern auch der Umstand, dass im Foyer der Messe- und Kongresshalle keine Schilder mit den Schriftzügen Nord-Niedersachsen, Hannover, Weser-Ems oder Braunschweig zu finden waren. Erstmalig waren die 37 Delegierten aus Niedersachsen nicht als Bezirke, sondern aus Landesverband angereist. Ebenso fand zwei Wochen zuvor die Inhaltliche Vorbereitung auf den Kongress gemeinsam statt.
Neben der Diskussion und Verabschiedung des Arbeitsprogramms für die nächsten zwei Jahre lagen die Schwerpunkte der Jungsozialistinnen und Jungsozialsten auf der Finanzkrise und weiteren Zukunftsthemen der jungen Generation. Die Delegierten stimmten zudem für die Abschaffung des Verfassungsschutzes.
Ebenso wurde über die anstehende Reform der SPD, und die damit zwangsläufig verbundenen Änderungen in deren Arbeitsgemeinschaften behandelt. So votierten die Delegierten mehrheitlich für eine Stärkung der so genannten Nur-Juso-Mitgliedschaft. Diese wird jetzt durch einen kleinen Mitgliedsbeitrag, aber der dadurch verbundenen volle Anerkennung von Mitgliedsrechten erheblich aufgewertet.
Alles in Allem zufrieden zeigte sich dann auch die aus Johanna Klingbeil (Hannover), Charlotte Rosa Dick (Braunschweig), Jonathan Schorling (Nord-Niedersachsen), Daniel Brunkhorst (Hannover) und Daniel Schweer (Weser-Ems) bestehende Delegationsleitung.
„Wir sind sowohl als Juso-Bundesverband Inhaltlich, als auch als Juso Landesverband, durch diese neue Delegation organisatorisch vorangekommen“ so das Fazit des Weser-Emser Juso-Bezirksvorsitzenden Daniel Schweer. Erfreut zeigte Schweer sich ebenso über die, wie er sagte, nicht ganz überaschende Wiederwahl Sascha Vogts. „Mit ihm an der Spitze werden die Jusos auch weiterhin nicht nur poltische Jugendorganisation der SPD, sondern ebenso ein linker Jugendverband in kritischer Solidarität mit seiner Mutterpartei sein.“