Die Jusos teilen allerdings die Meinung, dass der jetzt vorgestellte Mindestlohn nicht
zuende gedacht ist. So seien die Posten der Modellrechnung als Grundlage
unbrauchbar, da sie nicht die Realität widerspiegeln würden. Als Beispiel nennen sie die
veranschlagten 340 Euro Warmmiete, die den aktuellen Miet-, wie Energiepreisen nicht
gerecht werden. Auch die angegebenen 24,44 Euro im Bereich Bildung reichen nicht aus
für Schulbücher, Lernmaterialien oder auch Studiengebühren.
Ein Land, dass einen so schlechten Bildungsruf und gravierenden Fachkräftemangel hat, kann sich dieses Modell nicht leisten, sind sich die Jusos sicher. In der Modellrechnung fehle auch der Posten für die staatlich geforderte private Altersversorgung.
Man verlange von den ArbeitnehmerInnen sich zusätzlich, zur gesetzlichen Rentenversicherung, privat vorzusorgen, da die Kassen nicht nur leer seien, sondern auch aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft stärker belastet werden. ArbeitnehmerInnen die den Mindestlohn nach diesem Modell erhalten, bekämen diese Möglichkeit nicht und steuern direkt auf die Altersarmut zu. „Das jetzige Modell muss überarbeitet werden, da stimmen wir Herrn Doden zu, aber die von ihm geführte Diskussion zeigt, dass es durchaus ostfriesische Betriebe gebe, die menschenunwürdige Löhne zahle und das muss sich dringend ändern. Wir brauchen einen Mindestlohn für eine anständige
Bezahlung.“, meint abschließend Timo Mehlmann.